Ausgrabungen

Die Prospektionen mittels Metalldetektor werden durch gezielte archäologische Ausgrabungen der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Michael Meyer) ergänzt. Dabei wurde deutlich, warum sich am Harzhorn die Metallfunde einer Schlacht über fast zwei Jahrtausende hinweg erhalten konnten. Das Forscherteam stieß auf einen bemerkenswerten Zusammenhang: Funde treten fast ausschließlich in Situationen auf, in denen der anstehende Kalkstein bis dicht unter die Oberfläche reicht: das basische Millieu führte zur z.T. exzellenten Erhaltung der Metallfunde. Die Grabungen zeigen auch, dass die Funde größtenteils heute noch so liegen wie vor 1800 Jahren: die freigelegten Geschossbolzen und Pfeilspitzen stecken z.T. in Felsspalten, in die sie als „Fehlschuss“ hineingeschossen wurden.
Der aufsehenerregendste Befund der archäologischen Ausgrabungen war jedoch eine zunächst unscheinbare, lehmverfüllte Grube, die im Bereich einer Fundkonzentration am Hang freigelegt werden konnte. Diese Grube war einem Pferd oder Maultier zum Verhängnis geworden: die Lage der Knochen macht wahrscheinlich, dass es in der hangaufwärtigen Bewegung in die Grube gestürzt und dort verendet war. Die Radiokarbondatierungen der Knochen belegen den zeitlichen Zusammenhang mit der Schlacht: das erste Opfer der Kämpfe am Harzhorn war gefunden. Ob es sich um ein Last- oder Reittier gehandelt hat, bleibt unklar.
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