• Hipposandale

Entdeckung

Es war der Startschuss zu einer historisch und archäologisch sensationellen Entdeckung, als zwei Hobbyarchäologen im Sommer 2008 der Northeimer Kreisarchäologie einige Fundstücke zur Begutachtung vorlegten, auf die sie Jahre zuvor in einem Waldstück am Harzhorn gestoßen waren. Schnell konnte bestätigt werden, was zunächst unglaublich schien: Die Artefakte – Geschossbolzen, eine Ziehhacke sowie eine eiserne Hufsandale („Hipposandale“) – waren eindeutig römi­sch­en Ursprungs!

Sofort begannen unter langer Ge­heim­haltung die Kreisarchäologie Northeim und das Niedersäch­sische Landesamt für Denkmal­pflege eine großangelegte wissen­schaft­liche Sondierung des Harzhorn-Areals zwischen Kalefeld und Bad Ganders­heim – mit Aufsehen erregendem Erfolg. Mehr als 2700 überwiegend militärische Fundstücke belegten, dass das Harzhorn Schauplatz eines blutigen Gefechts zwischen Germanen und Römern im 3. Jahrhundert nach Christus gewesen sein muss!

Roms vergessener Feldzug

Die Neuentdeckung belegt ein dramatisches Ereignis im Rahmen der Be­ziehungen zwischen Germanen und Römern mehr als 200 Jahre nach dem Vernichtungssieg von Arminius 9 nach Christus bei Kalkriese und den Rachefeldzügen des Germanicus in den Jahren 14 bis 16 nach Christus. Eine überlegene römi­sche Streitmacht – mehrere tausend Mann stark – stieß mit Infanterie und Artillerie begleitet von Kavallerie und Tross tief ins Innere des „Freien Germaniens“ vor.

Der Archäologie ist es damit gelungen, ein geschichtliches Ereignis zu greifen, das in den historischen Quellen offenbar kaum Berücksichtigung gefunden hat. Dies lässt den Neufund zu einer spektakulären Entdeckung werden, die überkommene Geschichtsbilder ins Wanken bringt und viel Stoff für die neu begonnene historische und archäologische Diskussion liefert.

© Landkreis Northeim