Sonntag, 06. Mai 2018
10 Jahre Römerschlacht am Harzhorn

Auftaktveranstaltung Celebrate!

Der Startschuss für das Jubiläumsjahr am Harzhorn erfolgte am Sonntag, den 6. Mai, mit dem Auftakt-Event „Celebrate!“. Etwa 1.200 Interessierte waren bei bestem Wetter vor Ort und haben sich von den Harzhorn-Guides über das historische Schlachtfeld führen lassen. Das bunte Programm mit vielen Mitmachaktionen für die ganze Familie sorgte für Spannung und Spiel. Groß und Klein konnten ihre Tauglichkeit zum römischen Legionär, der nicht nur ein Katapult bedienen, sondern auch sein Mehl selber mahlen musste, beweisen. Römische Reiter mit Pferden, Legionäre und auch Germanen entführten die Besucher in die Antike. Für das leibliche Wohl wurde durch die Heimatvereine Oldenrode und Düderode bestens gesorgt!

Mittwoch, 16. Mai 2018
10 Jahre Römerschlacht am Harzhorn

Gut besucht: Vortrag von Dr. Michael Geschwinde in Oldenrode

Northeim/Kalefeld/Oldenrode (lpd). Der Bezirksarchäologe Dr. Michael Geschwinde vom Landesamt für Denkmalpflege eröffnete am Mittwoch, 16. Mai im Gasthaus Zwickert in Oldenrode mit einem spannenden Beitrag die Vortragsreihe zum Jubiläumsthema „Funde, Fakten, Mythen“.
Die Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne konnte 70 interessierte Besucherinnen und Besucher an dem Ort begrüßen, wo im Dezember 2008 nach den sensationellen Funden am Harzhorn die erste Pressekonferenz mit 120 Journalisten stattfand.
Dr. Geschwinde lies die Zuhörerinnen und Zuhörer in die spannenden Ereignisse um die Hipposandale eintauchen und stellte noch einmal die Besonderheiten und Auswirkungen der Funde am Harzhorn heraus. Die Entdeckung der Funde auf und am Bergsporn Harzhorn veränderte das Bild der Römer im Germanicum, die Geschichte wurde überarbeitet und neu geschrieben. Dr. Petra Lönne und Dr. Geschwinde betraten mit der Theorie, ein römisch-germanisches Schlachtfeld entdeckt zu haben, Neuland. Zunächst auch von Experten kritisch betrachtet, setzte sich die Annahme aber durch und fand weit über die niedersächsischen Grenzen hinaus, sogar weltweit, Beachtung.
Mit der Schlachtfeldarchäologie war es gelungen, kriegerische Auseinandersetzungen zwischen der römischen Streitmacht unter Führung des ersten Soldatenkaisers Maximinus Thrax und Germanen im Jahr 235 n.Ch. nachzuweisen. Anhand der unterschiedlichen und einmaligen Funde konnten Kampfhandlungen und Einsatzstrategien der römischen Truppen sowie Beutezüge der Germanen mit hoher Wahrscheinlichkeit nachempfunden werden. Die Theorie eines römischen Rachefeldzuges, der sich gegen die Elbgermanen im Raum Magdeburg vollzogen haben muss, wurde durch die Funde eines römischen Marschlagers in Hachelbich am Fuße des Kyffhäuser untermauert. Anhand der Größe des Marschlagers muss von einer Stärke der römischen Truppen von gut 8000 Legionären und Auxiliareinheiten ausgegangen werden.
Dr. Geschwinde konnte anhand einzelner Funde von Pfeilspitzen, Pila, Katapultbolzen sowie Ausrüstungsgegenständen den Zuhörern den möglichen Schlachtverlauf darstellen und sie in die Kampfstimmung eintauchen lassen.
Die Vortragsreihe wird am 25. Juli in der Klosterkirche Brunshausen fortgesetzt. Dr. Martin Lindner vom althistorischen Seminar der Universität Göttingen berichtet dann über die Römerschlacht am Harzhorn im Spiegel von Dokumentarfilmen und Reportagen. Dr. Mario Küßner und Dr. Tim Schüler vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Thüringen beenden am 17. Oktober im Gasthaus Zwickert die Vortragsreihe zu „Funde, Fakten und Mythen mit dem Thema: „Römische Truppen in Thüringen – das Marschlager bei Hachelbich.“

Sonntag, 17. Juni 2018
10 Jahre Römerschlacht am Harzhorn

Radtour durch die Zeitgeschichte

Northeim/Kalefeld/Bad Gandersheim (lpd). Am 17. Juni trafen sich 19 geschichtsinteressierte Radfahrerinnen und Radfahrer aus Nah und Fern und begaben sich auf eine Reise durch 3 Millionen Jahre Zeitgeschichte.
Dass das Harzhorn, die Tongrube Willershausen und das Portal zur Geschichte nicht nur lokal begeistert, wird deutlich wenn man sich die Herkunft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ansieht. Die kamen sowohl aus Bad Gandersheim und dem Alten Amt als auch aus Dassel, Nörten-Hardenberg und Alfeld.
Heidi Meyer, Gerd Renziehausen und Paul-Gerhard Heppe, alle Harzhorn-Guides, haben die Radtour organisiert. Sie führten die Gäste zunächst in das nahegelegene Naturdenkmal Tongrube, wo Heidi Meyer über den Tonabbau und das Brennen von Ziegeln bis zur Vegetation in der letzten Warmphase vor der Eiszeit berichtete. Nach einem Blick ins Pliozän ging es weiter zum Römerschlachtfeld am Harzhorn.
Als Snack gab es Obst, das freundlicherweise vom REWE-Markt in Echte gespendet wurde. Vom Rad ging es auf „Schustern Rappen“ die Anhöhe Harzhorn hinauf, wo im Jahr 235 das Römische Heer um den ersten Soldatenkaiser Maximinus Trax von Germanen angegriffen wurde. Gerd Renziehausen und Paul-Gerhard Heppe ließen die Gäste in die Geschichte eintauchen und jeder konnte anhand des Aufstieges nachempfinden, wie sich wohl Legionäre und Germanen gefühlt haben mochten.
Der Weg führte die Radgruppe weiter über Wald- und Feldwege entlang des Vogelberges über Harriehausen und Seboldshausen nach Bad Gandersheim, wo gegen 13 Uhr nach einer dreistündigen Tour zunächst erst einmal eine längere Pause zur Erholung anstand. Dafür nutzten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die ansässige Gastronomie zur Verpflegung. Gegen 14 Uhr gewährte Heidi Meyer den Anwesenden im Portal zur Geschichte einen Einblick in das Mittelalter und die Geschehnisse rund um das Stift Bad Gandersheims.
Über Wrescherode, Harriehausen und das Harzhorn ging es zurück nach Willershausen. Kurz nach 16 Uhr und insgesamt 33 Kilometer Wegstrecke erreichte die Gruppe das Ziel.
Wolfgang Hinz, ein Teilnehmer aus Nörten Hardenberg, freut sich auf eine Wiederholung der Tour: „Schon immer wollte ich das Naturdenkmal Tongrube in Augenschein nehmen. Aber auch das Mittelalter und die Geschehnisse um das Stift Bad Gandersheim haben mein Interesse geweckt. Die ausgewählte Strecke war landschaftlich schön, aufgrund der Berg- und Talfahrten auf teilweise schottigem Untergrund auch anspruchsvoll. Fazit für mich. Ich komme wieder und lege mir einen Fahrradhelm zu!“

© Landkreis Northeim