• Trense

  • Zierscheibe aus Bronze

Ausrüstung des Pferdes

Zur Standardausrüstung des römischen Reitpferdes gehörten der Sattel, das Zaumzeug mit Trense und Zügel sowie das Pferdegeschirr, welches die einzelnen Komponenten verbindet. Der Sattel, der Zügel und das Geschirr waren im Wesentlichen aus vergänglichem Leder gefertigt, welches sich im archäologischen Befund nur in Resten erhalten hat. Deshalb finden sich von der Ausrüstung neben den Eisen- oder Bronzeteilen der Trensen fast ausschließlich metallene Riemenverteiler, Schnallen, Beschläge oder Schmuckanhänger. Zahlreiche detailreiche Reliefdarstellungen auf Reitergrabsteinen erlauben uns heute, die Tragweise des Pferdegeschirrs und der Zäumung zu rekonstruieren.

Trensen

Die Römer nutzen zwei Arten von Trensen, die sogenannte Hebelstangentrense und die Ringtrense, die mehrfach auch am Harzhorn belegt ist. Die einfache eiserne Ringtrense besteht aus einem zweiteiligen Mundstück und zwei seitlichen Ringen, an denen der Backen- und Zügelriemen befestigt wurde.

Riemenverteiler

Riemenverteiler waren an den Kreuzungspunkten des Riemenwerkes angebracht. Interessant ist in diesem Zusammenhang der Fund eines runden Beschlages, der vielleicht aus Materialmangel auf dem Feldzug, sekundär als Riemenverteiler umgearbeitet wurde. Der Rand der Blechscheibe wurde für zwei sich kreuzende Riemen abgeschnitten. Auch ein kleiner Riemenverteiler mit Lederresten gehört zum Inventar.

Beschläge und Schmuckanhänger

Die römische Reiterei schmückte gerne das lederne Zaumzeug der Pferde mit Schmuckscheiben (phalerae) und Amuletten. Ein kleines Amulett in Form eines Phallus gehört zum Fundmaterial und sollte vermutlich Pferd und Reiter vor Gefahren schützen. Ein besonderer Fund ist einer Reihe von 14 Zierscheiben aus Bronze, die teilweise noch in Originalposition im Boden lagen und einst das heute vergangene lederne Zaumzeug eines Pferdes schmückten.

Phallus

Weitere Funde:

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