Station Chaussee

Chaussee von 1793–1795

Der Boden an der Station „Chaussee“, die auf dem Rundweg unweit des Infogebäudes folgt, zeigt stellenweise Reste eines Straßenpflasters der zwischen 1793 und 1795 zur Chaussee ausgebauten Poststraße von Braunschweig nach Göttingen.

Für die alte Handelsroute von der norddeutschen Tiefebene in Richtung Süden entlang der Westseite des Harzes bildet das Harzhorn eine Art Nadelöhr, das nur auf einer Breite von etwa 200 m überquerbar war.

 

Ein verkehrsgeschichtliches Denkmal

Eng beieinander liegen hier, in sanfter Hanglage, mittelalterliche bzw. frühneuzeitliche Hohlwege (z.T. modern verfüllt), die Poststraße (s. Abb.), die Chaussee Göttingen-Braunschweig aus den 90er Jahren des 18. Jhs., deren Pflaster unter dem Wirtschaftsweg noch gut erhalten ist, und die Trasse der Bundesstraße 248. Für die 1959 eröffnete Autobahn wurde ein mächtiger Damm aufgeschüttet, um die sumpfige Niederung des Rodenbergbaches im Zentrum des Passes passierbar zu machen.

Abbildung: Abb 1. Kurhannoversche Landesaufnahme von 1784 Blatt Harriehausen. Ausschnitt mit Vogelberg und Harzhorn. Rot markiert die Poststraße von Göttingen nach Braunschweig. (Quelle: Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen LGLN)

Was ist eine Chaussee …

Als Chausseen (Kunststraßen) werden nach französischem Vorbild planmäßig angelegte, möglichst geradlinig mit vergleichsweise geringen Steigungen verlaufende Landstraßen bezeichnet, die mit einer festen Fahrbahndecke ausgestattet wurden. Eine durchlässige Tragschicht und eine im Querschnitt gewölbte Fahrbahndecke dienten der Entwässerung. In Bereichen von feuchten Niederungen wurde die Chaussee über aufgeschüttete Dämme geführt. Durch die Anlage dieser Kunststraßen im 18. und 19. Jahrhundert wird in Europa erstmals wieder der technische Stand des Fernverkehrsausbaues der Römerstraßen erreicht.

… und was ist ein Hohlweg?

Als Hohlwege werden Wege bezeichnet, die sich durch die fortwährende Nutzung, oftmals über Jahrhunderte, durch Fuhrwerke, Viehtrieb und Erosion tief in das Gelände eingeschnitten haben. Dabei hängen die Steilheit und Höhe der Seitenwände vom Alter und von der Bindigkeit des Bodens ab. Hohlwege sind von besonderer kulturhistorischer und archäologischer Bedeutung für unsere Kulturlandschaft und charakteristische Zeugnisse mittelalterlicher bzw. neuzeitlicher Verkehrs- und Handelsverbindungen.

Abbildung: Mittelalterlicher Hohlweg bei Schönhagen, Stadt Uslar. (Foto Petra Lönne, LK NOM)
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