Station Kettenhemd

Kettenhemd

Die archäologischen Ausgrabungen unter der Leitung von Prof. Michael Meyer (Freie Universität Berlin) galten 2013 den Randbereichen einer der Haupt-Kampfbereiche. Sie sollten klären, wie weit sich die Kämpfe erstreckten und ob verschiedene Kampfzonen, die bislang ermittelt werden konnten, zusammengehören oder ob sie isolierte Auseinandersetzungen anzeigen

Abbildung: Römische Soldaten mit rekonstruierten Kettenhemden in Kampfformation (Living History). (Foto Holger Gilhaus)

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Dabei konnte ein ganz besonderer Fund freigelegt werden: ein Kettenhemd, das zwar in Fragmente zerbrochen, aber weitgehend erhalten ist und das am Rand des Kampfbereichs gefunden wurde.

Abbildung: Lage der Kettenhemdfragmente im Grabungsschnitt. (Foto Petra Lönne, LK NOM)

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Dabei handelt es sich um einen aus Tausenden von kleinen Kettengliedern (Durchmesser: ca. 6 mm) zusammengesetzten eisernen Körperpanzer, der vor allem gegen Hiebverletzungen einen wirksamen Schutz bietet. Seine Herstellung war ausgesprochen aufwändig und nahm Wochen in Anspruch.

Abbildung: Übersicht – Kettenhemdfragmente nach Bergung. (Foto Detlef Bach)

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Erstmals konnte damit auf einem römisch-germanischen Schlachtfeld ein solch gut erhaltener Körperpanzer freigelegt werden. Kettenhemden wurden von römischen Soldaten unterschiedlicher Ränge beim Kampf getragen. Germanische Krieger verzichteten in der Regel auf diesen Schutz, in sehr reichen germanischen Bestattungen finden sich aber immer wieder Reste dieser extrem aufwändig hergestellten Panzer.

Abbildung: Detail – Kettenhemdfragment. (Foto Detlef Bach)


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Für das Harzhorn stellt dieser Fund etwas grundlegend Neues dar: erstmals liegt jetzt ein (weitgehend) vollständiges Teil der persönlichen, am Körper getragenen Ausstattung vor.

Abbildung: Detail – Kettenhemdfragment mit freigelegten Kettengliedern. (Foto Detlef Bach)
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