Info-Point II

Forschung und Funde

Forschung

Einer der spektakulärsten Funde im Rahmen der Ausgrabungen wurde in einer Grube eines alten Baumwurfes getätigt. Im Sommer 2009 konnten in einer Vertiefung die Knochen eines Equiden, also eines Pferdes oder eines Maultieres, zutage gefördert werden. Die Radiocarbondatierungen dieser Knochen liegen zwischen 230 bis 240 n. Chr., so dass es sich bei diesem Fund um die Überreste des bisher einzigen entdeckten Opfers der Schlacht am Harzhorn handelt.

Abbildung: Torben Schatte (FU Berlin) bei der Bergung von Knochen des Equidenskelettes. (Foto: FU Berlin)

Forschung

Da die Knochen noch annähernd im Verbund gefunden wurden, ist der Equide anscheinend im Ganzen in die Grube gelangt. Einige Körperpartien, vermutlich jene die aus der Kuhle herausragten und mit der Zeit vergangen sind, fehlen. So fehlt z.B. der Kopf bis auf das Zungenbein gänzlich. Das dieser Fund gemacht wurde entspricht einem außerordentlichen Glücksfall, erfasste der nur 2 m breite Schnitt doch genau den Teil des alten Baumwurfs, in dem der Equide verendete.

Abbildung: Entzerrtes Fotogrammetriebild mit Equidenknochen aus Schnitt 5. (Foto: FU Berlin)

Forschung

Im darauffolgenden Jahr wurde die Fläche erweitert, um eventuelle, weitere Knochen zu bergen. So konnte zwar der Baumwurf komplett erfasst und auch einige Metallfunde in den Schnitten gemacht werden, jedoch fanden sich keine weiteren Equidenknochen. Die Deutung eines aus demselben Befund stammenden Biberzahns gibt weiterhin Rätsel auf.

Abbildung: Umzeichnung des Befundes (Grube) mit Lage des Equidenskelett. Zeichnung FU Berlin.

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Prospektion

Prospektion mittels Metallsuchgerät

Das Absuchen des Fundplatzes mit Metallsonden wird in Tiefen bis max. 30 cm Tiefe durchgeführt, um Funde zu bergen, aber ggf. vorhandene Befunde nicht zu zerstören. Bereiche in den Signale erfasst wurden, werden mit kleinen Plastikschildchen markiert.
Abbildung: Prospektionsteam Harzhorn, Michael Brangs (links) und Thorsten Schwarz mit Markierungen der Signalbereiche. Foto NLD.

Prospektion

Die Dokumentation der erfassten Funde erfolgt durch eine laufende Vergabe von Fundnummern. Neben einer Fotodokumentation des Objektes „in situ“ (Originallage) mit Maßstab und Nordpfeil wird auch auf die genaue Einmessung großen Wert gelegt. Im ersten Schritt wird zur groben Orientierung ein GPS-Handgerät eingesetzt, dann werden mittels eines SAPOS-GPS-Gerätes und einer Totalstation (Programm „Vitruvius“) die Daten im lokalen und georeferenziertem Messnetz erfasst.
Abbildung: Originallage des Fundes (Geschossbolzen) nach Freilegung im Boden. Foto NLD, LK NOM.

Prospektion

Aus diesen Messpunkten können das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege und die GIS-Abteilung des Landkreises Northeim dann Verbreitungskarten entwickeln. Nach Bergung des Fundes werden die charakteristischen Merkmale des Objektes in einer Datenbank erfasst, weitere Fotos erstellt und das Fundstück der Restaurierung übergeben.

Abbildung: Kahlberg. Michael Brangs und Thorsten Schwarz präsentieren einen Neufund, die „Dolabra“ (Pionieraxt). (Foto Lönne)

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Ausgrabung

Archäologische Ausgrabungen

Durch die archäologischen Ausgrabungen konnten wichtige Erkenntnisse zu den Erhaltungsbedingungen und der Fundverteilung im Gelände gewonnen werden. So wurde durch die Grabungen bestätigt, was bereits bei der Prospektion vermutet wurde: Die Funde stammen überwiegend aus den steileren Hangbereichen.

Abbildung: Übersicht der Ausgrabungsschnitte (gelb), kartiert auf einem Airborne-Laserscan. Urheber NLD; FU Berlin, LK NOM

Archäologische Ausgrabungen

Auch konnte geklärt werden, warum die gefundenen Eisenobjekte nach fast 1800 Jahren kaum Rostspuren aufweisen: Der anstehende Fels besteht überwiegend aus Trochitenkalk – ein Gestein, das Kalk an den darüber liegenden Boden abgibt und dadurch Metalle konserviert.
Abbildung:Tieferlegen des Grabungsschnittes durch FU Berlin. (Foto Lönne)

Archäologische Ausgrabungen

In anderen, weniger steilen Bereichen des Harzhorns weisen längliche, wellenförmige Strukturen darauf hin, dass hier in den vergangenen 500 Jahren durch den Einsatz von Pflügen große Teile von Zeugnissen der Schlacht zerstört wurden.

Abbildung: Prospektion des Grabungsschnittes mit einem Metallsuchgerät und Feinsuche mit einem „Pinpointer“. (Foto FU Berlin)

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