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Im Zentrum der Kämpfe

Die germanische Gefolgschaft

An der Spitze einer germanischen Gefolgschaft stand ein gewählter Fürst (princeps, s. Abb.), dem bis zu 2000 Männer folgten. In einer Gefahrensituation oder bei geplanten Übergriffen war auch ein Zusammenschluss unterschiedlicher Gefolgschaften möglich.

Abbildung: Germanischer Fürst (princeps) in prunkvoller Ausrüstung zu Pferd. (Zeichnung: Boris Burandt, Braunschweigisches Landesmuseum)

Die germanische Gefolgschaft

Neben den berittenen germanischen Offizieren (optimates oder comites) ) gehörten zu einer Gefolgschaft auch Schwertkämpfer, Lanzenkrieger und Bogenschützen.

Abbildung: Germane – Fußkrieger (Konrad Goettig) mit Rundschild und Lanze (Living History). (Foto H. Gilhaus)

 

Die germanische Gefolgschaft

Während die Römer die offene Feldschlacht bevorzugten, suchten die Germanen ihren taktischen Vorteil im Wald und unwegsamen Gelände.

Abbildung: Germanin (Sylivia Fröhlich) und Germane (Markus Renneberg) mit Rundschild und Lanze (Living History). (Foto H. Gilhaus)

Die germanische Gefolgschaft

Im Unterschied zu den römischen Bogenschützen führte der Germane Pfeile mit blattförmiger Spitze und einen Langbogen aus Eibenholz mit sich. Dazu trug er oftmals noch eine Axt am Gürtel. Die Fußkrieger waren nicht selten mit einem Rundschild und einer Lanze ausgerüstet, die weniger als Wurfwaffe, sondern als Hieb- und Stoßwaffe genutzt wurde.

Abbildung: Germanische Speerspitze mit Mittelgrat, tropfenförmig und Fischgrätmuster. (Foto M. Failla NLD Braunschweig)

 

Die römische Armee

Im 3. Jh. n. Chr. bestand die römische Armee aus ca. 450.000 Berufssoldaten, neben den römischen Soldaten, den Legionären, kämpften etwa zu gleichen Teilen auch fremdstämmige Hilfstruppen, die Auxiliare. Diese zeichneten sich durch hochspezialisierte Fähigkeiten aus, hierzu zählten u.a. Panzerreiter, Speerwerfer und Bogenschützen. Im Kriegsfall kamen Abordnungen von Infanterie, Kavallerie und Bogenschützen zum Einsatz. Die Legion wurde von einem Stab aus Offizieren geführt, das Kommando oblag einem Legaten aus dem Senatorenstand. Den höchsten Rang in der römischen Armee, der nicht an einen Stand gebunden war, stellte der Dienstgrad des centurio dar. Ein centurio befehligte eine Hundertschaft, die in der Regel aus etwa 80 Soldaten bestand. Diese Offiziere bildeten das Rückgrat des römischen Heeres, sie waren für die Ausrüstung und Ausbildung der Truppen verantwortlich und sorgten für Disziplin und Ordnung im Heer.
Die Ausrüstung eines centurio (s. Abb.) unterschied sich deutlich von der eines einfachen Legionärs. Der Helm mit quer getragenem Helmbusch stellte ein besonders markantes Erkennungszeichen dar, das Schwert wurde auf der linken Seite getragen und Schienen aus Bleich sorgten für Schutz an den Beinen.

Abbildung: Centurio in voller Ausrüstung, u.a. trägt er einen Helm mit quergestelltem Helmbusch, einen Schuppenpanzer und ein Langschwert (spatha); (Living History). (Foto: H. Gilhaus)

Römischer Legionär

Die römischen Legionäre trugen eine stark standardisierte Ausrüstung, dazu gehörten ein Kettenhemd (s. Abb.) …

Abbildung: Römer (Paul Heppe) mit Kettenhemd (Living History). (Foto: H. Gilhaus)

 

Römischer Legionär

… oder Schienenpanzer (s. Abb.), Helm, Schild, Schwert sowie ein Dolch. Eine Tunica, Gürtel und Schwertgurt vervollständigten das Bild.

Abbildung: Römer (Harold Pieters) mit Schienenpanzer (Living History). (Foto: H. Gilhaus)

 

Römischer Bogenschütze

Zur Ausrüstung der römischen Bogenschützen gehörten Pfeile mit dreiflügeligen Projektilen, die eine große Durchschlagskraft erreichten und mit Kompositbögen abgeschossen wurden. Der Kompositbogen war deutlich kleiner als der germanische Langbogen und konnten so auch vom Pferderücken aus eingesetzt werden.

Abbildung: Römischer Bogenschütze (Auxiliar) mit Kettenhemd. (Zeichnung: Boris Burandt, Braunschweigisches Landesmuseum)

Römischer Speerwerfer

Auch die römischen Speerwerfer agierten vom Pferd aus, besonders wendig, schleuderten sie aus dem Ritt heraus, in kurzer Folge, dem Kontrahenten die Speere entgegen.

Abbildung: Römischer Speerwerfer. (Zeichnung: Boris Burandt, Braunschweigisches Landesmuseum)

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Überfall

Torsionsgeschütze

Die Legionäre brachten auf ihren Feldzügen eine besonders schlagkräftige und effiziente Waffe zum Einsatz, dass Torsionsgeschütz. Durch das Verdrehen („Tordieren“) von Seilbündeln wurde eine Spannung erzeugt. Zwei starke Holzarme nehmen bei Bewegung die Spannung auf und übertragen diese auf eine Sehne, ähnlich einem Bogen.

Abbildung: Rekonstruktion eines Torsionsgeschützes. Schussversuche am Harzhorn 2012. (Foto: Ralf Buberti)

Torsionsgeschütze

Ein beweglicher Schlitten wird Richtung Sehne geschoben und eine auf dem Schlitten montierte Kralle fängt diese ein. Beides wird mit Hilfe einer Kurbel zurückgezogen, die Spannung in den Holzarmen und somit auf die Sehne vergrößert sich. Ein Geschossbolzen wird auf den Schlitten eingelegt und durch Öffnen der Kralle die Sehne freigegeben.

Abbildung: Rekonstruktion eines Torsionsgeschützes. Detail mit Seilbündeln. (Foto: Ralf Buberti)

 

Torsionsgeschütze

Schussversuche haben gezeigt, dass die optimale Schussentfernung, d.h. die größte Treffsicherheit kombiniert mit einer optimalen Durchschlagskraft bei etwa 75 bis 150 m Distanz liegt. Hinter den eigenen Einheiten aufgestellt, konnten aus sicherer Entfernung heraus die gegnerischen Reihen unter starken Beschuss genommen werden.

Abbildung: Rekonstruktion von Torsionsgeschützen. Schussversuche mit verschiedenen Modellen. (Foto: Ralf Buberti)

 

Torsionsgeschütze

Abbildung: Schussversuch zeigt die Durchschlagskreaft der abgeschossenen Pfeile. (Foto: Ralf Buberti)

 

 

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Logistik

Die Logistik eines Feldzuges

Die Logistik eines Feldzuges stellte eine große Herausforderung für den römischen Verwaltungsapparat dar. Die römischen Truppenteile, mehrere tausend Mann, mussten auch im Feindesland ausreichend mit Nahrungsmitteln und Nachschub versorgt werden. Deshalb wurden die marschierenden Soldaten auch auf dem Feldzug von Verwaltungskräften begleitet, die für geordnete Strukturen sorgten.

Abbildung: Rekonstruktion Römisches Marschlager (Living History). (Foto: H. Gilhaus)

Die Logistik eines Feldzuges

Neben dem persönlichen Marschgepäck, das von jedem einzelnen Legionär getragen wurde, transportierten schwer beladene Versorgungs- und Gepäckkarren sowie Maultiere weitere Ausrüstungsgegenstände, Reservewaffen, Zelte, Proviant und Beutegut. Die von Trossknechten angetriebenen Zug- und Tragtiere nahmen dabei fest zugewiesene Plätze in der Marschordnung ein. Mitgeführte Handwerker erledigten notwendig gewordene Reparaturen. So deutet ein kleiner Amboss eines Schusters auf die Reparatur der Soldatenstiefel hin.

Abbildung: Kleiner Amboss vom Harzhorn. (Foto: T. Schwarz NLD_LK NOM)

Die Logistik eines Feldzuges

Auch der Schmied war für Metallarbeiten aller Art auf dem Marsch von großer Bedeutung.

Abbildung: Schmied Sven Liebetrau (Living History). (Foto: H. Gilhaus)

 

Marschgepäck

Außer Kleidung, Rüstung und Waffen trug der römische Legionär auf dem Marsch noch ungefähr weitere 25 Kilogramm an Gepäck auf den Schultern: Der Schild wurde mit einem Tragegurt auf den Rücken geschnallt. An einer T-förmigen furca, einer Stange mit Querholz, waren ein großer Leinensack mit Ersatzkleidung (Tunika und Gamaschen etc.), ein schwerer Wollumhang und ein Schaffell als Schlafunterlage befestigt. Koch- und Essgeschirr, u.a. eine Kasserolle, eine Feldflasche mit Wasser gefüllt und Proviant für mehrere Tage vervollständigten die Last. In einer Ledertasche und Leinenbeuteln wurden Kleinwerkzeuge und Hygieneartikel, z.B. Kamm und Rasiermesser, Essbesteck, Feuerzeug sowie Münzen, Würfel und Amulette verstaut.

Abbildung: Rekonstruktion einer Furca (Living History). (Foto: H. Gilhaus)

 

 

Logistik

Getreidekörner, die zu Brei verarbeitet wurden und einfache Brotfladen (panis militaris) sowie Trinkwasser waren lebenswichtige Bestandteile des Marschgepäcks. Bei guter Versorgungslage auf dem Marsch erhielt jeder Soldat eine Getreideration für drei Tage. Mit Speck, Käse, Nüssen, Feldgemüse und getrocknetem Obst wurde der Speiseplan ergänzt.

Abbildung: Rekonstruktion Mahlstein. (Foto: H. Gilhaus)

 

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