Info-Point VI

Münzen

Die gefundenen römischen Münzen stellen eine kleine, aber sehr bedeutende Fundgattung dar. Im Zuge der Prospektionen wurden zwei Sesterzen, dreizehn Denare und eine Kupfermünze aus Nikaia (heute Iznik, Türkei) erfasst. Alle Münzen sind Einzelfunde, doch könnten einzelne Stücke aufgrund der Fundnähe auch aus einem Zusammenhang, z.B. einer Geldbörse stammen.

Die jüngste Münze, ein Denar des Kaiser Severus Alexander, wurde ab 225 n. Chr. geprägt und liefert einen Anhaltspunkt für die zeitliche Einordnung des Harzhornereignisses.

Abb. 1 u. 2: Severus Alexander, Denar, 225 n. Chr.

Auch die Kupfermünze aus Nikaia zeigt das Portrait des Severus Alexander. Dieser Fund könnte als Hinweis gewertet werden, dass es Verlegungen von Truppeneinheiten aus dem Osten in den Westen des Reichs gab.

Abb. 3 u. 4: Kupfermünzen

Die Soldzahlung eines Legionärs, das „stipendium“, war auf ein Jahr berechnet und wurde viermonatlich ausgezahlt. Während unter Augustus das Stipendium für einen Legionär 225 Denare im Jahr betrug, stieg der Jahressold eines Legionärs seit Domitian im Jahr 84 kontinuierlich an und erreichte schließlich unter Maximinus Thrax mit 1800 Denaren einen Höhepunkt.

Da das Heer der mit Abstand größte Ausgabeposten war, hatten die Solderhöhungen entscheidende Auswirkungen auf den gesamten Staatshaushalt. In der Folge der Ausgabensteigerung mussten Gelder und neue Mittel kreiert werden, um diese Zahlungen dauerhaft zu ermöglichen.

In diesem Zuge wurde die Geldmenge durch eine Steigerung des Prägeumfanges erhöh. Geht man von modernem Wirtschaftsdenken aus, muss dieser Prozess nahezu zwingend zu inflationären Tendenzen geführt haben.

© Landkreis Northeim