Info-Point VII

Überfall am Kahlberg

Kahlberg

Zeitgleich mit den Gefechten am Harzhorn oder aber im weiteren Verlauf des Kampfgeschehens überfielen germanische Kämpfer am Kahlberg erneut den römischen Tross. Die Germanen sahen ihre Chance, als sich bei dem schwierigen Abstieg zu einer Quelle die römischen Transportkarren am Hang stauten. Es kam zum Übergriff.

Zahlreiche Schirrungsteile von getöteten Maultieren, Reste der Wagen und -ladungen, Helmteile, Panzer- oder Beinschienenschließen und Beschläge weisen auf schwere Verluste auf römischer Seite hin. Als Reaktion auf den Angriff erfolgte vermutlich eine Attacke der römischen Reiterei. Zahlreich gefundene Speerspitzen deuten dies zumindest an. Nachfolgende römische Fußtruppen sicherten schließlich den Tross und der Marsch nach Süden wurde fortgesetzt. Interessant ist, dass im Gegensatz zum Harzhorn hier auf römischer Seite offenbar keine Torsionsgeschütze oder Bogenschützen zum Einsatz kamen.

Abbildung: Dolabra (in situ)

Kahlberg

Der bedeutendste Fund ist eine dolabra, ein Schanzwerkzeug, das im Notfall auch als Kampfwaffe Verwendung finden konnte. Die Bedeutung erhält die Axt durch eingeschlagene Buchstaben, die möglicherweise auf den Eigentümer hinweisen. LEG IIII für Legio und die Zahl Vier sind erkennbar; der Rest der Inschrift ist schwer zu interpretieren.

Die Bedeutung erhält die Axt durch eingeschlagene Buchstaben, die möglicherweise auf den Eigentümer hinweisen. LEG IIII für Legio und die Zahl Vier sind erkennbar; der Rest der Inschrift ist schwer zu interpretieren.

Abbildung: Dolabra (restauriert)

Kahlberg

Die Axt lässt sich vermutlich der Legio IIII Flavia Felix zuweisen, die in der Nähe des heutigen Belgrad (Serbien) „Singidunum“ stationiert war.

Abbildung: Dolabra (Detail Inschrift)

© Landkreis Northeim